1,5 millionster Traktor
Mannheimer Traktorenwerk übergibt 1,5 millionsten Traktor
Mannheim, 4. November 2008
Mannheim, 4. November – Die Mannheimer Traktorenfabrik von John Deere hat heute
ihren 1,5 millionsten Schlepper an einen Kunden aus England übergeben. Dabei handelt
es sich um Simon Morgan, Eigner eines 300 ha großen Betriebes mit Getreide-, Erbsen-,
Bohnen- und Rapsanbau sowie Futtermaisanbau für die Rindermast. Er erhielt den
Schlüssel für seinen neuen 201 PS starken John Deere 7530 aus den Händen von
Markwart von Pentz, Präsident der Landwirtschaftssparte für Europa, Afrika und
Südamerika und Sprecher der Geschäftsführung. Landwirt Simon Morgan ist Kunde des
englischen John Deere Vertriebspartners Simon Amos, Alexander & Duncan, der John Deere in Hereford und Worcestershire bereits seit 50 Jahren vertritt.
Die Übergabe der 1,5 millionsten Maschine aus Mannheimer Produktion fällt in ein
Rekordjahr. Noch nie hat das Werk so viele Traktoren produziert wie im gerade zu Ende
gegangenen Geschäftsjahr 2008 (31. Oktober) mit insgesamt 45.700 Einheiten. Der
bisherige Rekord lag 1977 bei 41.200 Maschinen.
Geschichte
Die Ära der Mannheimer Traktorenproduktion begann mit dem von Dr. Fritz Huber
entwickelten LANZ Bulldog HL12 mit 12 PS Leistung im Jahr 1921. Ohne jegliches
Getriebe und mit Eisenrädern ausgestattet, waren diese Bulldogs mit ihren 1-Zylinder
Rohölmotoren bedeutende Pioniere bei der Mechanisierung der europäischen Landwirtschaft.
Der 1-Zylindermotor, der mittels einer Lötlampe in Gang gesetzt werden
musste, galt als äußerst robust und tolerant gegenüber verschiedensten Kraftstoffen. Erst
1952 wurde dieser Motor durch einen moderneren Dieselmotor abgelöst. Bis zur
endgültigen Einstellung der Bulldogproduktion im Jahr 1960 durch das Unternehmen
John Deere, das 1956 die Aktienmehrheit der Heinrich Lanz AG übernommen hatte,
waren in Mannheim insgesamt 220.000 Traktoren gebaut worden.
1960 nahm John Deere die Fertigung eines komplett neuen Baukonzeptes auf. Die neuen
Modelle 300 und 500 mit 28 PS bzw. 36 PS Leistung verfügten bereits über ein 10-
Ganggetriebe, eine moderne Regelhydraulik, Scheibenbremsen, drei Zapfwellen für die
Kraftübertragung auf Anbaugeräte sowie über einen entscheidend besseren Fahrkomfort.
Bis 1967 liefen diese und folgende Produkte unter dem Markennamen John Deere-Lanz
vom Band.
Zahlreiche Innovationen
Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben eine Vielzahl von Landtechnik-Innovationen in
Mannheim das Licht der Welt erblickt und damit die Ingenieurtradition von Lanz
fortgeschrieben. Mannheimer John Deere Traktoren waren es, die als erste auf dem Markt
1974 mit einer integrierten Fahrerkabine ausgestattet wurden und damit den Fahrer im
Falle eines Umstürzens der Maschine vor Verletzungen schützten. Die Nachfolge dieser
Kabine trat die in Bruchsal ab 1981 gebaute SG2-Kabine an, die mit noch mehr
Fahrkomfort ausgestattet war und den Geräuschpegel deutlich absenken half. 1982 stellte
John Deere eine neue Vorderachse mit besonderer Wendigkeit vor. 1992 präsentierte das
Unternehmen seine innovative Rahmen- und Modulbauweise, die dem Traktor mit Hilfe
eines durchgehenden Brückenstahlrahmens deutlich mehr Stabilität verlieh, höhere
Zuladung ermöglichte und gleichzeitig Raum für eine Vielzahl an Ausrüstungsvarianten
schuf. Von dieser neu gewonnenen Flexibilität hat der Traktorenbau in Mannheim seither
in erheblichem Maße profitiert. Nur 5 Jahre später präsentierte die Mannheimer Fabrik
eine neu entwickelte Vorderachsfederung für Traktoren, die permanent zugeschaltet
bleibt. Sie verbessert den Fahrkomfort auf der Straße, ermöglicht höhere Transportgeschwindigkeiten
und sorgt auch für höhere Zugleistung auf dem Acker. Jüngste Innovation
aus dem Werk Mannheim ist der neue 7030 E Premium-Traktor, der einen ersten
Schritt auf dem Weg zur Elektrifizierung von Maschinen darstellt. Mit Hilfe eines
Kurbelwellengenerators erzeugt dieser Traktor bis zu 5 kW elektrische Leistung, mit der
Nebenaggregate wie etwa der Lüfterflügel, der Kompressor der Klimaanlage und der
Kompressor der Druckluftbremse angesteuert werden. Das spart bis zu 6 % Kraftstoff.
Bisher wurden diese Aggregate mechanisch über Keilriemen angetrieben. Darüber hinaus
verfügen diese Maschinen über Steckdosen, an die handelsübliche Geräte angeschlossen
werden können (230 V und 400 V).
Stetig wachsende Nachfrage
Die Übergabe des 1.5 millionsten Traktors aus Mannheimer Produktion beschließt ein
Rekordjahr. Insgesamt wurden in Mannheim im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr
45.700 Traktoren produziert, von denen etwa 90 % in andere Länder exportiert wurden.
Mannheimer Traktoren arbeiten auf Feldern in rund 80 Ländern der Erde, einschließlich
der Vereinigten Staaten. Allein in den letzten 15 Jahren hat sich Traktorenproduktion in
den John Deere Werken Mannheim mehr als verdoppelt. Als größter Hersteller und
Exporteur von landwirtschaftlichen Traktoren (seit 1972) bieten die John Deere Werke
Mannheim derzeit 22 Grundmodelle mit einer Vielzahl von Ausrüstungsvarianten von
74-200 PS Leistung an. Das Spektrum der Kunden reicht dabei von kleineren
Gemischbetrieben bis hin zu großen Ackerbaubetrieben und Lohnunternehmen.
Mit ihren „drei Teilfabriken“ (Getriebe, Endmontage, Kabinenproduktion) beschäftigen
die John Deere Werke Mannheim etwa 2.900 Mitarbeiter in Mannheim und nahezu
weitere 700 in Bruchsal.
Mit mehr als 5.600 Mitarbeitern und einem Umsatz seiner deutschen Unternehmensteile
von zuletzt 2,4 Milliarden Euro ist John Deere Deutschlands größter Landtechnikhersteller.
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