Qualität und Zuverlässigkeit
Qualität und Zuverlässigkeit bleiben wichtigste Eckpfeiler (1)
Juni 2009
Qualität und Zuverlässigkeit waren schon immer ein wesentliches Kriterium von John Deere Produkten. Der vielfach zitierte Anspruch des Unternehmensgründers John Deere
(1804-1886) „Ich werde meinen Namen niemals auf ein Produkt setzen, in dem nicht das
Beste steckt, das ich zu geben vermag“ legte die Grundlage für den Qualitätsbegriff als
wichtigsten Grundwert der Unternehmenskultur.
Nach Auffassung des Konzerns sind Qualität und Zuverlässigkeit das Ergebnis von
insgesamt vier Voraussetzungen: ausgezeichneter Produktentwicklung, erstklassiger
Fertigungsprozesse, professioneller Wartung und hervorragender Ausbildung.
„In einer Welt immer komplexer werdender Maschinen, die für eine Vielzahl von
Anwendungsbereichen, Kundensegmenten und Märkten hergestellt werden müssen, muss
man Qualität und Zuverlässigkeit umfassend planen, will man Maschinen möglichst
störungsfrei im Einsatz halten“, so Mark Dickson, der für das Qualitätsmanagement der
John Deere Werke Mannheim verantwortlich zeichnet.
Anlässlich einer Presseveranstaltung in Mannheim und Zweibrücken gewährte John kürzlich Einblick in sein Qualitätsmanagement, das „John Qualitäts- und
Produktionssystem (JD-QPS)“ und dessen Umsetzung in Fertigung und Endmontage.
„Die Aufgabe des JD-QPS ist es, die Komplexität zu reduzieren, die Effizienz in der
Fertigung zu verbessern und sich damit einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten“, so
Georg Uhl, Leiter des Produktionssystems in Europa. „Unabhängig vom jeweiligen
Produkt oder dem Fertigungsstandort müssen uns gemeinsam definierte Qualitätsstandards
ermöglichen, eine Maschine so zu bauen, dass der Kunde positive Erfahrungen mit ihr macht. Mit einem solch durchgängigen Qualitätssystem können wir in 63 Fabriken
rund um den Erdball erstklassige Produkte bauen, an Arbeitsplätzen mit hoher
Arbeitssicherheit und ohne nennenswerten Ausschuss“.
Eine Grundbedingung für ein Höchstmaß an Qualität und Zuverlässigkeit ist nach Ansicht
des Unternehmens ein entsprechend ausgerichteter Führungsstil. Dieser müsse für eine
strategische Ausrichtung der Fabriken sorgen, für eine fundierte Ausbildung von
Mitarbeitern, deren Motivation aufrecht erhalten sowie sichere und ergonomisch gut
ausgelegte Arbeitsplätze schaffen und kontinuierliche Verbesserungsprozesse vorsehen.
Insgesamt beschreiben vier Prozesse den Lebenszyklus eines John Produktes:
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1. Der Kundenbetreuungs-Prozess, der alle unmittelbaren Beziehungen zum
Kunden umfasst.
2. Der Produktentwicklungsprozess, der alle Schritte von der ersten Idee bis hin zum lieferfertigen Serienprodukt umfasst.
3. Der Auftragsabwicklungsprozess, der mit der Schätzung des Marktpotentials beginnt und die Fertigungsplanung, die Lagerhaltung, den Einkauf und den Herstellungsprozess umfasst, sowie
4. Der Kundendienstprozess, der die Voraussetzungen für die adäquate Betreuung der Produkte vor Ort beim Vertriebspartner schafft, die Schulung von Kundendienst-mitarbeitern, aber auch Garantiefragen gegenüber Vorlieferanten regelt.
Für diese Prozesse hat John Deere eine Reihe von Kennzahlen entwickelt, anhand derer
die Leistungsfähigkeit eines Produktes kontinuierlich überprüft werden kann: z.B.
„Customer First Pass Yield (CFPY)“, eine Kennzahl die angibt, wie viele Einheiten einer
Serie ohne eine einzige Garantiemeldung durch die Garantieperiode kommt. Eine weitere
Größe „Claims Per Machine (CPM)“ gibt an, wie viele Garantiemeldungen innerhalb
eines bestimmten Zeitraums auflaufen.
Während sich der Produktentwicklungsprozess in erster Linie darauf konzentriert, solide
Produkte zu konstruieren, die Kundenerwartungen nicht nur zu erfüllen sondern sogar zu übertreffen, stellt der Auftragsabwicklungsprozess sicher, dass das Produkt trotz höchster
Ausrüstungsvielfalt in der richtigen Spezifikation zum gewünschten Termin zur
Verfügung steht. Aus dem Blickwinkel eines Qualitätsmanagementsystems erfordert das
exakte Auftrags- und Materialplanung, eine saubere Fabrik, vorbeugende Wartung auf
Fabrikebene und gut strukturierte Arbeitsabläufe.
Der Kundendienstprozess greift bereits während der Entwicklungs- und Fertigungsabläufe
ein, um sicherzustellen, dass auch Fragen der Wartung hinreichend berücksichtig
sind. Die exakte Prüfung (Auditierung) von wichtigen Komponenten bzw. der gesamten
Maschine ermittelt dabei umfassend die Qualität eines Produktes vor der Auslieferung an
den Kunden. Danach reicht der Kundendienstprozess „bis ins Feld“ und sorgt dafür, dass
Diagnosesysteme ebenso zur Verfügung stehen wie ein umfassendes Ersatzteilangebot,
dass die Kundendienstmitarbeiter für den neuesten Stand der Technik ausgebildet bzw.
Problemlösungs-Prozesse fest etabliert sind. Neben Kundenzufriedenheitsindizes gehören
die CFPY und CPM zu den wichtigsten Kenngrößen, die erfassen, ob eine Kunde
während der Garantiezeit überhaupt Garantieleistungen in Anspruch nehmen musste.
Schlüssel für den Erfolg eines Produktes: der Produktentwicklungsprozess
Um die Ressourcen des Unternehmens zur Traktorenentwicklung hat John Deere
Produkt-Entwicklungszentren in Waterloo, Iowa und Mannheim eingerichtet, die mit
regionalen Entwicklungsabteilungen in Mexiko, Brasilien und Indien eng vernetzt sind,
wo John Deere weniger hoch spezifizierte Produkte baut. Solche Strukturen existieren
auch auf dem Erntemaschinen-Sektor.
„Von der aller ersten Idee bis hin zur „Vorserie in kleiner Stückzahl“ durchläuft der
Produktentwicklungsprozess insgesamt 5 Phasen mit einer Vielzahl von Unterprozessen,
die dafür sorgen sollen, dass alle Aspekte der Produktentwicklung hinreichend
aufeinander abgestimmt sind“ so Christa Joensson, die als Managerin für die
Prozessverbesserung in den John Deere Werken Mannheim und Bruchsal zuständig ist.
In Phase 1 werden alle aus dem Kundenbetreuungsprozess abgeleiteten
Marktanforderungen an ein Produkt zusammengestellt und daraus eine umfassende
Strategie für ein Produkt bzw. eine Produktfamilie erarbeitet.
Die eigentliche Produktdefinition erfolgt in Phase 2. Hier geht es um konzeptionelle
Fragen, z.B. darum, ob sich das Programm wie gedacht umsetzen lässt. Dazu gehört auch
die frühzeitige Einbindung von Lieferanten. Deren Wissen ist von besonderer Bedeutung,
will man alle Wertschöpfungspotentiale voll nutzen und spätere Änderungen am Produkt
weitestgehend vermeiden. Dabei lässt sich auch die Leistungsfähigkeit von Lieferanten
gut prüfen.
Phase 3 umfasst die klassische Konstruktion von Komponenten unter Einbeziehung
modernster Konstruktionsmethoden mit Hilfe von Oberflächenmodellen, über
Strukturmodelle bis hin zum echten Prototyp. Parallel dazu beantwortet die Phase 3 die
Fragen, wie etwas funktionieren soll und damit die virtuelle Prüfung von wichtigen
Baugruppen. Die nächste kritische Phase ist der virtuelle Zusammenbau der wichtigsten
Komponenten. Dabei werden auch die logistischen Anforderungen virtuell durchgespielt,
das Fabriklayout simuliert und die notwendigen Werkzeuge sowie die Fabrikplanung
festgelegt. Als eines der wichtigen Hilfsmittel fungiert hier eine 3-D-Animation mit der
so genannten „Power Wall“, wobei Konstrukteure und Fertigungsspezialisten
zusammenarbeiten, um notwendige Änderungen an der Konstruktion frühzeitig fest zu
legen.
In sogenannten Kunden-Fokusgruppen werden die Entwicklungen dann ausgewählten
Kunden aus verschiedenen Märkten und Anwendungsbereichen vorgestellt. Deren erste
Erfahrungen mit dem Produkt werden auch im Wettbewerbsvergleich genau ausgewertet.
Damit erhält das Kundenurteil bei den weiteren Entwicklungsschritten deutlich mehr
Gewicht.
Phase 4 des Produktentwicklungsprozesses entspricht dem „Tag der Wahrheit“. Diese
Phase der Produktverifizierung und –validierung umfasst zahlreiche Testzyklen, virtuell
am Computer, auf Testständen der Fabrik oder gar im Feld. Dabei durchläuft das Produkt
Tausende von Teststunden unter teilweise widrigen Bedingungen, sei das bei extremen
Temperaturen, höchster mechanischer Belastung, im Schlamm oder unter besonders
staubigen Bedingungen. Die Feldtests erfolgen dabei auch auf anderen Kontinenten, um
sicher gehen zu können, dass das Produkt später überall auf dem Erdball eingesetzt
werden kann.
Sofern das Produkt alle festgelegten Anforderungen erfüllt, erfolgt in Phase 5 die
Fertigung einer „Vorserie mit begrenzter Stückzahl“. Diese Phase soll sicherstellen, dass die Fabrik in der Lage ist, den Wechsel auf das neue Produkt/die neue Baureihe fehlerfrei
zu bewältigen. Die dabei gefertigten Maschinen absolvieren danach eine Reihe von
Qualitäts- und Zuverlässigkeitstests, bis die Serienfertigung endgültig aufgenommen
werden kann.
Die Phase 6 des Produktentwicklungsprozesses überwacht alle Ergebnisse der Serienproduktion
und erfasst schließlich die Kundenzufriedenheit.
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